Sandvik Coromant
„Wer in Qualitätswerkzeuge investiert, investiert in Produktivität“
Interview mit Robert Hartinger, Geschäftsführer von Sandvik Coromant Deutschland
Herr Hartinger, wie sieht die Strategie für 2010 aus?
Gerade jetzt stärken wir unsere Kernkompetenzen und setzen konsequent auf Kundenorientierung, Qualität und Innovation. Wir investieren weiterhin doppelt so viel in Forschung & Entwicklung wie der Durchschnitt der Branche. Schließlich verdanken wir die hervorragende Qualität unserer Produkte und unsere Stellung als Weltmarktführer unserem hohen Innovationsniveau. Zudem positionieren wir uns ganz klar als Produktivitätspartner und Anbieter von hochwertigen Systemlösungen, die dem Kunden entlang der gesamten Produktionskette deutliche Produktivitätssteigerungen ermöglichen.
In welchen Branchen erwarten Sie Wachstum?
Auf jeden Fall im Bereich Energie und vor allem in der Windkrafterzeugung, die nach wie vor hohe Wachstumsraten aufweisen. Unseren Kunden bieten wir hier durchdachte Werkzeugpakete und Anwendungswissen. Damit können sie ihre Zerspanungsprozesse sehr einfach effizienter gestalten. Darüber hinaus bleibt der Bereich Luft- und Raumfahrt ein interessanter Markt für uns, denn die Wachstumsprognosen für die nächsten 20 Jahre lassen ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,7 Prozent erwarten. Hier haben wir bereits im letzten Jahr ein Anwendungspaket für die Triebwerksherstellung vorgestellt. Dazu werden weitere spezielle Lösungen für andere Komponenten wie Fahrwerke oder Rahmen kommen. Außerdem liegt uns vor allem der in Deutschland starke am Herzen, der von der Krise weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier sehen wir noch sehr viel ungenutztes Produktivitäts- und somit Einsparungspotenzial. Und wir möchten den Unternehmen dabei helfen dieses Potenzial zu nutzen.
Ihre hochwertigen Lösungen haben ihren Preis. Angesichts des immensen Kostendrucks setzten viele Unternehmen auf „billigere“ Werkzeuge. Wie begegnen Sie dieser Entwicklung?
Wir lassen uns auf Preiskämpfe nicht ein. Hochwertige Präzisionswerkzeuge sind nicht billig. Aber mit Billig-Werkzeugen lassen sich auch keine Produktivtätssteigerungen erzielen. Sie sind in der Regel weniger haltbar und müssen schneller ersetzt werden. Wer dagegen in hochwertige Präzisionswerkzeuge investiert, investiert in Produktivität. Sie sind dauerhaft haltbar, ermöglichen eine schnellere Fertigung und höhere Stückzahlen bei gleicher Qualität. Im Übrigen machen die Werkzeugkosten lediglich vier Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Mit Werkzeugen, die nur halb so viel kosten, spart man also höchstens zwei Prozent. Angesichts der damit verbundenen Nachteile ist es also eine Milchmädchenrechnung, an den Kosten für hochwertige Werkzeuge zu sparen.
Wer mehr in Werkzeuge investiert, spart also unterm Strich?
Richtig. Mit optimal eingesetzten hochwertigen Werkzeugen können Unternehmen ihre Produktionskosten um durchschnittlich 30 Prozent senken. Das belegen Ergebnisse aus unserer Entwicklung und den Anwendungszentren ebenso wie die Erfahrungen unserer Kunden. Allein eine 20-prozentige Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit oder des Vorschubs verringert die Produktionskosten um 15 bis 20 Prozent – schon das ist eine enorme Kostenersparnis. Bei allen Kundenprojekten haben wir gemäß unserem Motto „Your success in focus“ vor allem den Erfolg unserer Kunden im Blick. Wir stehen ihnen als Produktivitätspartner bei der Optimierung entlang der gesamten Prozesskette zur Seite.
Produktivitätspartner – was bedeutet das konkret?
Die Ausrichtung am Kundenerfolg ist für uns gelebte Kundenorientierung. Das bedeutet: Wir liefern nicht nur Werkzeuge, sondern bieten umfassende Service- und Beratungsleistungen rund um den gesamten Fertigungsprozess – von der Beratung und Planung bis hin zum Recycling verbrauchter Werkzeugkomponenten. Im Rahmen unserer verschiedenen Beratungs- und Service-Angebote helfen wir unseren Kunden, Engpässe und Ressourcen zu identifizieren, Sicherheit und Qualität zu steigern, Prozesse effizienter zu gestalten und so ihre Produktivität deutlich zu verbessern. Dazu analysieren und optimieren wir beispielsweise den Werkzeugbestand unserer Kunden. Außerdem begutachten wir Werkstücke oder Teilefamilien, um Fertigungsschritte und Abläufe anwendungsorientiert zu optimieren. Um für jeden Fertigungsprozess entlang der Produktionskette die beste Lösung zu finden, arbeiten wir eng mit Kunden und Maschinenherstellern zusammen und setzen auf regelmäßigen Know-how-Austausch und Schulungen in unseren Produktivitätszentren.
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