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Wie Sie Content Curation für die Online-PR nutzen

Kuratiert wird nicht länger nur in Museen und Galerien. Auch im Web und in Sozialen Medien finden sich verstärkt Kuratoren und das Ergebnis ihrer Arbeit: "Curated Content“ ist für Unternehmen eine Möglichkeit, ihr Profil zu schärfen.

Content Curation – schon wieder ein neues Buzzword, ein neuer Social-Media-Hype? Keine Sorge: Content Curation ist nichts anderes als das, was alle, die sich mit Informationen befassen, ohnehin praktizieren, nämlich das Kuratieren von Inhalten. Dabei werden relevante Inhalte herausdestilliert, strukturiert, kombiniert und kommentiert. Also nichts Neues. Oder doch?

Mit Inhalte Dritter Traffic stärken
Neu an Content Curation ist der Nutzen für Corporate Publishing und Online-PR. Anstatt immer mehr Inhalte selbst zu erstellen, nutzen Unternehmen Inhalte Dritter wie Bilder und Bewertungen ihrer Produkte, Kommentare, Forenbeiträge, Nutzungsideen, Testberichte oder Artikel aus Fachmedien. Diese werden aber nicht einfach kopiert; vielmehr werden Links zu bestimmten Inhalten zusammengestellt, kommentiert oder im besten Falle mit einem kurzen Abstract versehen. Ein gutes Beispiel dafür bietet der Blog von Datev "in dem Trends und Innovationen aus den für das Unternehmen wichtigen Technologiebereichen kuratiert werden. Eine Positionierung des Unternehmens als "innovativ“ und "aktuell“ wird damit allemal unterstützt, zumal der Blog ganz klar der Website zugeordnet wird und den Traffic stärkt. Ähnlich positioniert sich damit auch SAP.

Content Curation ist branchenübergreifend
Doch Curation funktioniert nicht nur in ohnehin sehr web-affinen Technologiebranchen. Auch Rössler Papier, ein traditionsreicher Papeterie-Hersteller, sammelt die Anregungen und Ideen der Kunden und Kreativen im eigenen Blog und macht sie allen Händlern und Kunden zugänglich. Der kuratierte und nutzergenerierte Content stärkt damit auch bei knapperen Budgets die Online-PR.

Unternehmen, die Content Curation regelmäßig, sinnvoll und sorgfältig betreiben, profitieren davon gleich in mehrfacher Hinsicht:

• Unternehmen kanalisieren die Informationsflut und bieten damit Kunden und Öffentlichkeit einen wichtigen Service. Mit aktuellen, kompetent aufbereiteten Inhalten und Links zu Themen, die ihre Zielgruppe interessieren, positionieren sich Organisationen als Experten und steigern ihre Bekanntheit.

• Indem Kunden, Partner und Kritiker zu Wort kommen, beweisen Firmen Souveränität, kommunizieren authentisch und verbessern ihre Reputation.

• Mit täglich aktualisierten News wird zudem das Pageranking und damit das Suchmaschinenranking verbessert. Im Idealfall greifen andere die Inhalte auf, so dass hochwertige Backlinks generiert werden können, mit denen Webseiten in der Rangliste weiter aufsteigen.

Nicht nur auf den eigenen Webseiten sondern auch im Social Web selbst funktioniert Curation. Facebook nutzt das Teilen von Inhalten als eine der grundlegenden und erfolgsrelevanten Funktionen des Netzwerks. Doch Unternehmen auf Facebook kuratieren neben den Inhalten des Netzwerks auch Themen von außerhalb für ihre Facebook-Seiten und entwickeln dadurch bestimmte themenspezifische Seiten, die durch diese Kuration zu einer echten Wissensbasis werden.

Vier Tipps für erfolgreichen Content

1. Suchen und Aggregieren: Wer beim Sammeln an den Leser denkt, sucht nach Themen und Suchbegriffen, die für die Zielgruppe interessant sind. Bei der Suche helfen spezielle Curation-Tools (z.B. Scoop.it, Curata.com).

2. Klassifizieren und Strukturieren: Die Inhalte sollten zu den Unternehmens-Botschaften passen. Es können auch kontroverse Meinungen sein. Allerdings ist eine sinnvolle thematische Zusammenstellung und ein guter Mix aus textlichen und visuellen Inhalten (z.B. Grafiken, Videos) wichtig. Im Zweifel holen Sie sich dafür die Genehmigung des Autors ein.

3. Redigieren und Kommentieren: Meinungen machen den Content erst rund. Mit Kommentaren bekommt der Nutzer Orientierung. Wichtig: Die Quellen sorgfältig angeben und verlinken.

4. Teilen und Pflegen: Es empfiehlt sich, verschiedene Plattformen zu nutzen, um die Inhalte weiterzugeben: News auf der eigenen Website, Facebook, Twitter, Fachblogs, Social-Bookmarking-Dienste, eine Unternehmensseite auf Google+ etc. Curated Content ist nur dann für Unternehmen eine Möglichkeit, wenn er aktuell gehalten wird.

 

Autor: Kai Danneberg, Geschäftsführer rheinfaktor