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15.06.2010, 09:36 Uhr |

Christoph Magoley

Wie ich zum Tipp-König wurde

Es war Freitagnachmittag, der 04.06.2010: Gebannt fixierten meine Augen das Formular auf dem flackernden Bildschirm. Südafrika – Mexiko? Uruguay – Frankreich? Algerien – Slowenien?

Kalter Schweiß lief mir über den Rücken. „Meine Güte was weiß ich denn, wie die spielen werden? Heiß ich etwa Günther Netzer?“, ging es mir durch den Kopf. Länder wie Algerien und Uruguay könnte ich ohne Google Maps noch nicht mal korrekt geographisch einordnen.

Diverse Zahlenkombinationen schossen mir durch den Kopf und die Tastatur schien schien sich langsam von mir fortzubewegen. Die Tasten des Ziffernblocks tanzten vor meinen Augen und die leeren Formularfelder vor mir schienen meine Unschlüssigkeit mit höhnischem Gelächter zu quittieren. Hastig griff ich nach der Tasse zu meiner Rechten und kippte das bittere schwarze Gebräu mit einem Schluck herunter. Ein scheuer Blick nach hinten. „Guckt auch wirklich keiner zu? Na dann los.“ Ein kurzer Atemstoß und schon hämmerte ich ein Nummernpaar nach dem Anderen in die Weiten des Internets. Erst nach der letzten Tippabgabe und dem 3-fachen Einhämmern auf die Maustaste zum Speichern meiner Spieltipps löste ich mich langsam aus meiner Trance. Ungläubig betrachtete ich den Bildschirm. Ein Klick auf das „X“ meines Browser-Tabs und schon hatte ich diese nicht gerade ruhmreiche Episode meines Arbeitstages vergessen und wendete mich dankbar dem übrigen Tageswerk zu. 

Heute, 15.06.2010:
Ohne eine Vorahnung betrete ich mit einem frisch dampfenden Kaffee in meiner Hand die Agentur. „Weiß einer, wer bei den Tipps von uns vorne liegt?“, will ein Kollege wissen. Geistesabwesend gehe ich weiter zu meinem Schreibtisch, schalte den PC an und stelle die Tasse ab. „Als ob…“, denke ich mir noch, als Kollege Jan vor mir steht und meine Hand schüttelt. „Christoph, du bis der Tipp-König der Agentur in der ersten Spielwoche.“ 
„Ich bin wa…“, höre ich mich noch sagen, bevor sich die Welt um mich herum verdunkelt und ich bewusstlos mit dem Kopf auf die Tastatur sacke.

 

Kommentare

15.06.2010, 11:16 | Kai Danneberg, |
Na dann, Glückwunsch. Es ist also wie immer, alle die, die sogar den dritten Torhüter Uruguays fließend aussprechen und das Sonderheft auswendig zitieren können, landen hinten. Alle die einfache Zahlen reinhacken, vorne... Dann lieber die goldenen Mitte und mit gefährlichem Halbwissen unvorbereitet im Mittelfeld glänzen. ;)
15.06.2010, 15:33 | Chris Chris, | www.rheinfaktor.de
Isch han dat einfach im Jeföhl!

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